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 Fr., 11. Sept. 2026

SOFTEC erhält Best Paper Award Runner-up auf der WI 2026

Wir freuen uns, einen besonderen Erfolg von der 21. Internationalen Tagung Wirtschaftsinformatik (WI 2026) vermelden zu dürfen: Der Beitrag „Beyond Baywatch: Designing AI-based Water Rescue Systems“ von Jan Laufer, Leonardo Banh und Gero Strobel wurde mit dem Best Paper Award Runner-up ausgezeichnet. Das Programmkomitee der WI 2026 wählte den Beitrag hierfür aus allen angenommenen Einreichungen der Konferenz aus.

Die WI 2026 fand vom 7. bis 10. September 2026 an der Johannes Kepler Universität Linz in Österreich statt. Unter dem Leitthema „Socio-technical Systems in the Age of AI“ brachte die Konferenz Forschende und Praktiker*innen aus der Wirtschaftsinformatik zusammen. Der SOFTEC-Lehrstuhl war in diesem Jahr mit insgesamt fünf angenommenen Beiträgen vertreten, darunter drei Full Paper, ein Beitrag im WI Student Track sowie ein Short Paper. Über die angenommenen Arbeiten und ihre thematische Vielfalt haben wir bereits in unserem vorherigen Beitrag zur WI 2026 ausführlich berichtet.

Auszeichnung für Forschung zu KI-basierter Wasserrettung

Im nun ausgezeichneten Full Paper entwickeln Jan Laufer, Leonardo Banh und Gero Strobel Gestaltungswissen für den Einsatz KI-basierter Systeme in der Wasserrettung. Ausgangspunkt sind die besonderen Herausforderungen von Rettungseinsätzen auf und unter Wasser: eingeschränkte Sichtverhältnisse, dynamische Strömungen, hoher Zeitdruck und begrenzte personelle Ressourcen stellen Einsatzkräfte vor erhebliche Anforderungen. Gleichzeitig bieten Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz sowie autonome Drohnen und Robotersysteme neue Möglichkeiten, Rettungskräfte bei der Lageerfassung, Suche und Durchführung von Einsätzen zu unterstützen.

Auf Grundlage eines Design-Science-Research-Ansatzes führten die Autoren zunächst zehn Interviews mit erfahrenen Einsatzkräften verschiedener deutscher Wasserrettungsorganisationen durch. Daraus leiteten sie drei übergeordnete Anforderungen und acht Gestaltungsprinzipien für KI-basierte Wasserrettungssysteme ab. Im Zentrum stehen eine zuverlässige Wahrnehmung dynamischer Einsatzumgebungen, eine stresssensitive Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI sowie die kontinuierliche Unterstützung über den gesamten Rettungseinsatz hinweg. Die Gestaltungsprinzipien wurden anschließend mit acht weiteren Domänenexpert*innen anhand praxisnaher Szenarien evaluiert.

Dabei betrachtet die Arbeit KI nicht ausschließlich als softwarebasiertes Assistenzsystem. Vielmehr konzeptualisiert sie KI-basierte Wasserrettungssysteme als verkörperte, autonome Agenten, etwa in Form von Drohnen oder Robotern, die ihre Umgebung wahrnehmen, Situationen einschätzen und physisch handeln können. Gleichzeitig betont der Beitrag die Bedeutung menschlicher Entscheidungshoheit, nachvollziehbarer Systementscheidungen und klarer Verantwortungsstrukturen in sicherheitskritischen Einsatzsituationen.

Die Auszeichnung als Best Paper Award Runner-up unterstreicht die wissenschaftliche Relevanz dieser Verbindung von Embodied AI, Design Science und sicherheitskritischen Informationssystemen und stellt für uns einen besonderen Abschluss der WI 2026 dar.

Wir gratulieren Jan Laufer, Leonardo Banh und Gero Strobel herzlich zu dieser Auszeichnung und bedanken uns bei den Organisator*innen sowie dem Programmkomitee der WI 2026 für die gelungene Konferenz und den fachlichen Austausch in Linz.